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NEURALTHERAPIE

Neuraltherapie – mehr als nur eine Behandlung bei Schmerzen

Neuraltherapie Praxis Jacqueline Bopp

Was haben Verspannungen, Narben, das vegetative Nervensystem und funktionelle Beschwerden gemeinsam? In der Neuraltherapie werden diese Bereiche aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachtet.

Unser Körper ist ein komplexes Netzwerk. Muskeln, Nerven, Organe und Bindegewebe stehen in enger Verbindung miteinander. Beschwerden treten deshalb nicht immer unabhängig voneinander auf.

Die Neuraltherapie ist ein naturheilkundliches Injektionsverfahren, das genau solche Zusammenhänge in den Blick nimmt. Bekannt ist sie vor allem durch die Behandlung von Schmerzen und Verspannungen. Ihr traditionelles Anwendungsspektrum reicht jedoch deutlich darüber hinaus.

Was ist Neuraltherapie?

Die Neuraltherapie wurde in den 1920er-Jahren durch die Ärzte Ferdinand und Walter Huneke geprägt.

Bei diesem Verfahren werden kleine Mengen eines Lokalanästhetikums, beispielsweise Procain, gezielt in bestimmte Haut- oder Gewebebereiche injiziert.

Procain ist ein örtliches Betäubungsmittel, das die Weiterleitung von Nervensignalen vorübergehend hemmt. In der Neuraltherapie wird diese Eigenschaft innerhalb eines umfassenderen Behandlungskonzepts genutzt, das auch nervale und funktionelle Zusammenhänge berücksichtigt.

Je nach Beschwerdebild werden unterschiedliche Ansätze unterschieden.

1. Lokaltherapie – Behandlung am Ort der Beschwerden

Die Lokaltherapie ist eine der bekanntesten Formen der Neuraltherapie.

Hierbei wird das Lokalanästhetikum im Bereich der bestehenden Beschwerden angewendet. Besonders häufig wird dieser Ansatz im Zusammenhang mit dem Bewegungsapparat eingesetzt.

Zu den traditionellen Anwendungsbereichen gehören beispielsweise:

  • Nacken- und Schulterverspannungen
  • Rückenbeschwerden
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Muskuläre Spannungszustände
  • Bestimmte Kopfschmerzformen

Eine bekannte Technik ist das sogenannte Quaddeln. Dabei werden kleine Mengen Procain oberflächlich in die Haut injiziert. Es entstehen vorübergehend kleine Hauterhebungen, die sich nach kurzer Zeit wieder zurückbilden.

2. Segmenttherapie – wenn der Behandlungsort nicht der Beschwerdeort ist

Wusstest du, dass bestimmte Hautbereiche über das Nervensystem mit inneren Organen verbunden sind?

Unser Körper ist in sogenannte Segmente unterteilt. Innerhalb dieser Segmente bestehen nervale Verbindungen zwischen Haut, Muskeln und inneren Organen.

Das bedeutet: Beschwerden müssen nicht immer dort wahrgenommen werden, wo sie ursprünglich entstehen. Ein bekanntes Beispiel sind Schmerzen innerer Organe, die in andere Körperregionen ausstrahlen können.

Wie nutzt die Neuraltherapie diese Zusammenhänge?

Bei der Segmenttherapie werden gezielt Hautbereiche behandelt, die über gemeinsame Rückenmarksabschnitte mit einer bestimmten Körperregion oder einem Organ verbunden sind.

Ein Beispiel: Bei funktionellen Beschwerden im Verdauungsbereich können im traditionellen neuraltherapeutischen Konzept bestimmte Hautzonen am Rücken oder Bauch berücksichtigt werden. Die Injektion erfolgt also nicht direkt am betroffenen Organ, sondern in einem zugeordneten Hautbereich.

Die dahinterstehende Idee ist, über die nervalen Verbindungen Einfluss auf funktionelle Abläufe zu nehmen.

Auch bei Beschwerden im Bereich anderer Organsysteme werden in der traditionellen Neuraltherapie entsprechende Segmentbeziehungen betrachtet.

Die Segmenttherapie erweitert damit den Blick über den unmittelbaren Ort der Beschwerden hinaus.

3. Störfeldtherapie – welche Rolle können Narben spielen?

Eine Besonderheit der Neuraltherapie ist die sogenannte Störfeldtherapie.

Vielleicht kennst du das: Eine Operationsnarbe ist längst verheilt, fühlt sich aber noch immer gespannt, empfindlich oder unangenehm an. Manche Narben sind auch Jahre später druckempfindlich oder in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.

Bei einer Verletzung oder Operation können neben der Haut auch Bindegewebe und kleine Nervenfasern betroffen sein. Dadurch kann sich die Empfindlichkeit des Gewebes verändern.

In der Neuraltherapie werden solche Bereiche im Rahmen der sogenannten Störfeldtheorie betrachtet.

Was versteht man unter einem Störfeld?

Als Störfeld wird in der traditionellen Neuraltherapie ein Körperbereich bezeichnet, von dem angenommen wird, dass er über nervale Zusammenhänge Beschwerden auch außerhalb seiner unmittelbaren Umgebung beeinflussen könnte.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten dabei beispielsweise:

  • Operationsnarben, etwa nach Bauchoperationen
  • Kaiserschnittnarben
  • Narben nach Verletzungen oder Unfällen
  • Gewebeveränderungen nach früheren Eingriffen
  • Auffällige Bereiche im Zahn- und Kieferumfeld

Dabei ist wichtig: Nicht jede Narbe ist automatisch ein Störfeld. Auch lässt sich aus einer bestehenden Narbe nicht ohne Weiteres auf die Ursache anderer Beschwerden schließen.

Im Rahmen einer ausführlichen Anamnese kann es dennoch interessant sein, frühere Operationen, Verletzungen und auffällige Narben in die Betrachtung einzubeziehen.

4. Das vegetative Nervensystem – unser unbewusstes Regulationssystem

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des neuraltherapeutischen Denkmodells ist das vegetative Nervensystem.

Es steuert zahlreiche lebenswichtige Vorgänge, ohne dass wir diese bewusst beeinflussen müssen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Herzfrequenz und Kreislaufregulation
  • Verdauung und Darmbewegung
  • Regulation der Blutgefäße
  • Schweißproduktion
  • Körperliche Stress- und Erholungsreaktionen

Dabei arbeiten vor allem zwei Anteile zusammen: der Sympathikus, der den Körper unter anderem auf Aktivität und Belastung vorbereitet, und der Parasympathikus, der zahlreiche Ruhe- und Verdauungsfunktionen unterstützt.

In der Neuraltherapie werden die Verbindungen zwischen Haut, peripheren Nerven und vegetativem Nervensystem in das Behandlungskonzept einbezogen.

Aus diesem Grund beschäftigt sich die traditionelle Neuraltherapie auch mit Beschwerden, bei denen vegetative Funktionen eine Rolle spielen.

Wie läuft eine Neuraltherapie in meiner Praxis ab?

Die Neuraltherapie kann in meiner Praxis sowohl als eigenständige Behandlung als auch im Rahmen eines umfassenderen naturheilkundlichen Therapiekonzepts erfolgen.

Du möchtest gezielt eine Neuraltherapie in Anspruch nehmen? Dafür ist keine ausführliche naturheilkundliche Erstanamnese erforderlich.

Beim ersten Termin führen wir ein kurzes, auf die Neuraltherapie abgestimmtes Anamnesegespräch. Dabei besprechen wir deine Beschwerden, relevante Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien und mögliche Gegenanzeigen. So können wir prüfen, ob die Behandlung für dich geeignet ist.

Wenn du bereits bei mir in Behandlung bist, können wir auf deine vorhandene Anamnese zurückgreifen und lediglich mögliche Veränderungen oder neue relevante Informationen berücksichtigen.

Anschließend erfolgt die Neuraltherapie mit oberflächlichen, intrakutanen Injektionen. Dabei werden kleine Mengen eines Lokalanästhetikums gezielt in ausgewählte Hautbereiche eingebracht. Es entstehen vorübergehend kleine Quaddeln, die sich nach kurzer Zeit wieder zurückbilden.

Der Umfang der Behandlung richtet sich nach deinen individuellen Beschwerden und dem zu behandelnden Areal. Im Anschluss ist eine kurze Ruhe- und Beobachtungsphase vorgesehen.

Ob und in welchen Abständen weitere Behandlungen sinnvoll sind, besprechen wir gemeinsam.

Möchtest du mehr über Neuraltherapie erfahren?

Du hast Fragen zur Neuraltherapie oder möchtest wissen, ob diese Behandlung für dich infrage kommen könnte?

Dann melde dich gerne bei mir. Ich beantworte deine Fragen telefonisch oder per E-Mail. Ob die Neuraltherapie für deine persönliche Situation geeignet ist, klären wir im Rahmen der Anamnese.

Hinweis

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzen keine ärztliche oder naturheilkundliche Beratung. Die Neuraltherapie gehört zu den Verfahren der Erfahrungsheilkunde. Ihre traditionellen Anwendungsgebiete und angenommenen Wirkmechanismen, insbesondere im Bereich der Segment- und Störfeldtherapie, sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Ein Behandlungserfolg kann nicht zugesichert werden. Ob die Behandlung im Einzelfall geeignet ist, wird im persönlichen Gespräch geklärt. Wie bei allen Injektionsverfahren können Nebenwirkungen auftreten.

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